Fasnacht 2011 - Sujet: Gschoobe! Dr schwarz Peter bisch Du
„Jemandem den Schwarzen Peter zuschieben“ bedeutet, jemand anderen etwas Unangenehmes tun zu lassen, sodass dieser die Verantwortung tragen muss. Jeder Mensch, der handelt, muss sich für eventuelle Folgen seines Handelns verantworten. Voraussetzung dafür ist, dass der Mensch zurechnungsfähig ist. Da stellt sich die BMG automatisch die Frage, ob unsere politischen Vertreter zurechnungsfähig sind, angesichts der Unfähigkeit die Geschicke der Allgemeinheit in die richtigen Bahnen zu lenken. Und so lesen wir auf der Laterne: „Bim Kartespiil vom Berlusconi, sin alli Dame oben ohni.“
Besteht dann ein Schaden, so sucht man dafür einen Verantwortlichen. Doch die Verantwortung will niemand übernehmen, unsere politischen und wirtschaftlichen Exponenten sowieso nicht. Auf der Vorderseite der Laterne sehen wir denn auch einen solchen, der exemplarisch jegliche Verantwortung ablehnt, sei es nun wegen einer Ölkatastrophe oder für den Klimawandel. Dazu passt auch folgender Vers: „Dr Merz erklärt mit vyl Geduld, är syg ganz prinzipiell nie tschuld.“
Ist der Nutzen einer Handlung für die Gesellschaft gut oder schlecht? Oder gibt es wirklichen Fortschritt, wenn der technologische Erfolg zu Lasten der Natur geht? Das müssten sich unsere schlauen Abgeordneten viel öfter fragen, denn zu oft zieht der unbescholtene Bürger die Arschkarte als Folge unbedachter Entscheidungen. Was angesichts folgender Politiker aber auch nicht weiter verwundert: „Dr Guttenberg das weiss me gly, isch vo sich sälber e Kopie“
Der Begriff Arschkarte besagt, dass eine Sache sehr ungünstig verläuft oder unangenehme Folgen hat. Das galt und gilt auch für einige Exponenten unserer Zeit, wie die BMG auf ihrem Zeedel zeigt:
"Ai Schuss uff s Gool – drey Spiil – kai Gnuss
Und scho isch dr Hitzfäld duss"
"D Frau Herzog wott in Bundesrot
und blybt im Wahlkampf hange
Hätt si friehner Piano giebt
denn wär s ere nit so gange"
"Bi dr Baz do gohts rugg zugg
Und me stellt dr Blocher zrugg"
Schwarze-Peter-Truppe der BMG
Die Basler Mittwoch-Gesellschaft präsentiert sich an der Fasnacht 2011 im Schwarzen Peter. Die ganze Truppe hat sozusagen die Arschkarte gezogen. Wer ist schuld? Wir sind schuld. Auch daran, dass das Zvieri im Restaurant immer teurer wird. Aber das lassen sich die schwarzen Mannen von der BMG dann doch nicht bieten. Denn beim Halt auf der Route beim Riehenring lässt männiglich sich den selbstgemachten Wurstsalat und das Bier vom eigenen Wagen servieren. Und auf der eigenen Bankgarnitur sitzend wird dabei gemütlich der Cortège beobachtet, ehe es mit einer zackigen Retraite weiter Richtung Clarastrasse geht.
ZaZ 16.03.2011
Mehr zum Sujet im Hirte (e wältlig Blettli vo dr BMG, pdf 1.3 MB)
BMG am Cortège vom 14.03.2011 (Aufnahme auf Youtube)


|