2016 Sujet: Morta Bella

Den Tod als Sujet zu nehmen hat unterschiedliche Gründe. Zum Einen diskutiert man seit Jahren über Sinn und Unsinn der Sterbehilfe, zum Anderen hat der Tod in unseren Breitengraden etwas derart Bedrohliches, dass er dringend positive Werbung benötigt. Seit die Sterbehilfe in einigen europäischen Länder verboten wurde, steigt die Zahl der Anfragen bei „Exit“ und „Dignitas“ enorm an. Doch, warum kommt man zum sterben ausgerechnet in die Schweiz - in das Land mit der zweithöchsten Lebenserwartung? In Syrien, Nordkorea oder beim IS ginge es doch viel schneller, einfacher und günstiger.
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Wie auch immer. Es gibt Menschen die sterben wollen, lieber heute als morgen. Und bei unseren zukünftigen demografischen Herausforderungen (Überalterung und Überbevölkerung) stellt sich die Frage, ob man diese Menschen wirklich aufhalten sollte? „Mein Ende gehört mir“, so lautet der Slogan auf Plakaten einer Sterbehilfsorganisation.

Recht haben sie, nur ist das mit dem Sterben bei uns so eine Sache. Es wird nicht einfach so gestorben, es sei denn man ist uralt oder schwerkrank. In unserer Kultur spricht man nicht gerne über den Tod, er wird verdrängt und, wenn immer möglich gemieden.

Weshalb aber diese Mühe, dem Tod seinen Platz zu geben? Mit dem Tod endet lediglich die irdische Zeit, die Momente, die wir (grösstenteils) selber gestalten können. Was danach kommt, weiss niemand. Wenn es darum geht, Dinge auf uns zukommen zu lassen, die wir nicht erklären oder gestalten können, haben wir so unsere Probleme. Und spätestens am Fasnachtszyschtig auf dem Petersplatz spürt doch jeder, er ist anwesend.

In anderen Kulturen ist der Tod die Erfüllung, das irdische Sein nur ein Schritt auf unserem Weg. Ein Land, welches dem Tod jedes Jahr ein farbenfrohes Fest widmet ist Mexico. Am „Dia de los Muertos“ (Allerseelen) wird zu Ehren der Toten an den Blumen und Kerzen geschmückten Gräber ein Fest gefeiert. Und, überall Totenköpfe... Das hat uns fasziniert. Wir feiern darum, dem Tod zu Ehren, eine wunderschön-morbid-bunte, karnevalesk-voodooeskmexikanisch-aztekische Fasnacht 2016.

Und unsere Aktion: „Stirb jetz – zahl speeter“ sollten Sie sich nicht entgehen lassen, denn: Wer früher stirbt ist länger tot. Unentschlossene müssen hinten anstehen, während wir immer noch am Feiern sind.

Bilder

Rädäbäng

Dr Tod, mir finde das dr Hit
isch s ainzig wo s no gratis git
Denn gits e Fescht ellai fir di
me sait, de sygsch e Tolle gsi
De gsehsch, es lohnt sich friehner z stärbe
drum wämmer jetz fir s Stärbe wärbe
und tritt dr Tod wie gwinscht nit y
denn hälfe mir dir gärn drby
Drum stirb doch jetz, sunscht bisch no z spot
und bisch – bevor d wottsch stärbe – doot

Zeedel

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BMG am Cortège vom 15.02.2016 (Telebasel 0:39:31 bis 0:45:00 Min.)
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