2015 Sujet: Krimskrams

„Wenn ich will, nehme ich Kiew in zwei Wochen ein“, so Wladimir Wladimirowitsch Putin irgendwann mal letzten Sommer… Ein Zitat, das Angst schürt und Erinnerungen weckt. Medial werden wir regelrecht mit solchen und ähnlichen Zitaten, mit schrecklichen Bildern und Meldungen von der „Front“ bombardiert. Die Krise in der Ostukraine ist omnipräsent. Was vor über einem Jahr - mit Protestaktionen auf dem Maidan in Kiew - begann, hat sich in der Zwischenzeit zu einem blutigen Konflikt, zu einem Krieg entwickelt. Nachfolgend ein Interview dazu.
Mehr

Davidowitsch Smirnow: Fjodor Michailowitsch Kalaschnikow, das diesjährige Sujet der BMG heisst Krimskrams. Was steckt dahinter?

Fjodor Michailowitsch Kalaschnikow: Im Osten Europas herrscht Krieg. Das dortige Wüten im Donezbecken interessiert uns, vielleicht aufgrund der medialen Reizüberflutung, doch eigentlich gar nicht mehr. Krimskrams eben. Und vor der aktuellen Krise hörte Europa hinter Wien auf. Alles Dahinterliegende ist schlicht: Krimskrams.

Davidowitsch Smirnow: Krimskrams, ein Wortspiel?

Fjodor Michailowitsch Kalaschnikow: Erstens bedeutet Krimskrams wertlose Kleinigkeiten. Zweitens: Die Krim, eine Halbinsel im Süden der Ukraine wurde jüngst von der Russischen Föderation annektiert.

Davidowitsch Smirnow: Die Krim, eine Halbinsel mit kriegerischer Vergangenheit...

Fjodor Michailowitsch Kalaschnikow: Das imperialistische Verhalten Russlands führte bereits 1853 bis 1856 zum Krimkrieg. Aber eigentlich war die gesamte Geschichte Russlands schon immer blutig. Bereits, als die alten Wikinger (die Rusen!) in das Gebiet des heutigen Russlands einwanderten, ging das nicht ohne Blutvergiessen. Und Zar Yvan der Schreckliche hatte seinem Beinamen alle Ehre gemacht. Unter Peter dem Grossen wollten sich die Russen zwar etwas zivilisieren... haben es aber nicht geschafft... und unter Katharina der Grossen hatte Russland - durch kriegerische Expansion - die grösste Ausdehnung seiner Geschichte. Bauern wurden unterdrückt und Meinungsfreiheit verboten. Zaren gingen, Diktatoren kamen. Die Gulags aber blieben. Und: Erinnern wir uns noch an die Stellvertreter-Kriege während des Kalten Kriegs und die Konfliktherde in Georgien und Tschetschenien? Alles Krimskrams. Und blutig.

Davidowitsch Smirnow: Wenden wir uns wieder der Gegenwart zu...

Fjodor Michailowitsch Kalaschnikow: Der aktuelle Konflikt in der Ukraine lässt uns zwar die Welt wieder in „Gut und Böse“ einteilen, verstehen können wir ihn, oft auch unkritisch medien-gläubig, nur ansatzweise. Welche Rolle spielt Russland? Hat Putin wirklich imperialistische Träume eines Gross-Russlands und setzt er diese auch um? Welches Land annektiert Russland nach der Ost-Ukraine? Können wir der aktuellen (faschistischen) Regierung in Kiew trauen? Welche Konfliktpartei nun „gut“ oder „böse“ ist, moralisch und politisch richtig handeln mag, ist dabei irrelevant. Dieser Konflikt schürt nicht nur Ängste. Ängste, die wir so seit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes als überwunden glaubten. Dieser Konflikt ist vor allem aber blutig und bringt unnötiges Leid.

Davidowitsch Smirnow: Krimskrams, leider ein hochaktuelles Sujet. In diesem Sinne: Na Zdarovje und vielen Dank für das Interview.

Bilder

Rädäbäng

Eb Separatischte, Uiguren, Trotzkischte
Eb Grosny, eb Klitschko, eb koptischi Chrischte
Eb Jalta, eb Derwisch, eb Minsker Verträg
Und isch d Timoschenko jetz wieder zwäg?
Eb d Gorbatschowischte und d Minsker Kosake
D Chakasier, dr Lenin, d Tschetschene jetz pagge
Und eb Poroschenko, eb Krim, eb Mongole
Die soll doch jetz ändlig dr Deyfel go hole
Was äne an Öschtrych, und dasch symptomatisch
Isch doch im Grund alles nit sehr sympathisch
Mit däm dumme Krimskrams hänn mir doch nyt z due
Drum lehnt ys im Weschte jetz aifach in Rueh!

Zeedel

Download [PDF]

Weiteres

BMG am Cortège vom 23.02.2015 (Telebasel 41:53 bis 48:43 Min.)
BMG am Cortège vom 25.02.2015 (facebook.com)
BMG Endstreich am Donnerstag Morgen 26.02.2015 (SRF 1:00:00 bis 1:01:05)

Nur für Mitglieder der BMG

Aktuelle BMG Mailadresse eingeben

Passwort

 
Kontakt BMG
  • Basler Mittwoch-Gesellschaft
  • Postfach 2221
  • 4002 Basel
  • info@bmg.bs