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Gründung der Basler Mittwoch-Gesellschaft
Es brauchte allerhand Mut, in jener Zeit eine Fasnachtsgesellschaft zu gründen. Die wirtschaftliche Lage in der Stadt war nicht gerade dazu angetan, dem Vergnügen zu huldigen. Arbeitslosigkeit und Streiks zur Erlangung höherer Löhne und kürzerer Arbeitszeit beherrschten die Szene. Dazu war die Fasnacht damals bei weitem nicht so populär wie heute. Trotzdem bemühten sich das Quodlibet und das Wurzegraberkämmerli nicht ohne Erfolg um die Hebung und „Veredlung der Fasnacht“.
Im April und dann im November des Jahres 1907 fanden sich 3 Fasnächtler zu Besprechungen über die Gründung einer neuen Fasnachtsgesellschaft zusammen. Es waren dies die beiden Spenglermeister Karl Müller und Charles Müller-Bolli, zwei Freunde, die sich in ihrem Handwerk als treue Walzkameraden kennen und schätzen gelernt hatten, und der spätere Schwager des Charles Müller, Ernst Strub, späterer Chefbuchhalter und Prokurist bei der Bell AG. Die Gründung selbst erfolgte anfangs Dezember, an einem Mittwoch, unter dem Vorsitz von Ernst Strub, dem späteren langjährigen Präsidenten und Ehrenpräsidenten.
Ob nun die Gründer von dem zu dieser Zeit weltberühmt gewordenen und viel Aufsehen erregenden amerikanischen Schriftsteller Jack London, welcher sich immer am Mittwoch mit seinen zahlreichen Freunden zu einer in die Literatur eingegangenen Mittwoch-Gesellschaft zusammenfand, inspiriert waren, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass die Gründung, wie erwähnt, an einem Mittwoch erfolgte und der Name Basler Mittwoch-Gesellschaft dadurch begründet wurde. Dieser ehrwürdige Akt fand statt in der alten Brauerei Merian an der Steinentorstrasse, der früheren Torsteinen, dort, wo sich jetzt die Firma Doetsch Grether & Cie AG befindet.
Da nun die Zeit bis zur „Fastnacht“ 1908 nicht mehr ausreichte, einen ganzen Zug auf die Beine zu stellen, entschloss man sich, als selbständige Gruppe beim Pump-Club mitzuwirken. Aus der Zeitung war zu vernehmen, wenn der Pump-Club seine Hände im Spiel habe, könne man sich sicher sein, dass gute Arbeit geliefert werde. Der ersten Festschrift ist ferner zu entnehmen: „Wir erzielten damals an der Fasnacht unter dem alten Comité einen ersten Preis im Trommeln mit Doublés und mit dem Pump-Club zusammen einen ersten Preis für die ganz hervorragende Laterne ‚Riehen-Les-Bains’ von Franz Baur.“ Das Sujet handelte von der Errichtung eines Thermalbades in Riehen.
Nach der Gründung der ersten Trommelschule unter Josef Wintzer und der ersten Pfeiferschule unter Max Gloor aus eigener Initiative sah die Fasnacht 1909 die BMG bereits als selbständigen Zug.


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